Bundsteg Der Satz

Ihr Manuskript ist fertig. Jetzt wird es ein Buch.

Bundsteg setzt Sachbücher und Ratgeber für Menschen, die selbst veröffentlichen. Scrollen Sie langsam, und die Manuskriptseite setzt sich unter Ihrer Hand.

Probeseite setzen

Erst die Schrift.

Eine Buchschrift statt der Büroschrift. Sie ist enger gebaut, hat feinere Formen und trägt auch nach der zweihundertsten Seite noch.

Dann der Satzspiegel.

Buchformat statt A4. Der Textblock rückt nach der Neunerteilung: innen ein Teil Rand, außen zwei, oben einer, unten zwei.

Jede Zeile auf ihr Raster.

Der Zeilenabstand rastet auf ein Grundlinienraster ein. Im Buch steht dann jede Zeile genau über der auf der Rückseite, und nichts scheint durch.

Blocksatz, von Hand getrennt.

Trennstellen legen wir fest, statt sie dem Programm zu überlassen. Doppelte Leerzeichen fliegen raus, aus geraden Strichen werden deutsche Anführungszeichen.

Ligaturen, wo sie hingehören.

Aus f und i wird ein Zeichen. Im Auf‌fangbecken nicht, denn dort stoßen zwei Wörter aneinander.

Und es ist eine Buchseite.

Kolumnentitel oben, Seitenzahl außen, Initial am Kapitelanfang. So sieht Seite 47 aus, wenn sie aus der Druckerei kommt.

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Kapitel 3: Der Boden als SpeicherDrittes KapitelDer Boden als Speicher

Wer im Juli zum Schlauch greift, hat das Problem meist schon im April angelegt. Ein Gartenboden ist kein Gefäß, das man füllt, sondern ein Schwamm, der Wasser festhält, wenn man ihn lässt. Offener Boden verliert an einem heißen Tag mehr Feuchtigkeit als ein Beet unter Mulch in einer ganzen Woche.

Der erste Griff gilt deshalb nicht der Kanne, sondern der Hacke. Eine lockere Krume unterbricht die feinen Kanäle, durch die das Wasser nach oben steigt und verdunstet. Alte Gärtner sagen „einmal hacken spart dreimal gießen“, und der Satz stimmt öfter, als einem lieb ist.

Wo Regen fällt, soll er bleiben dürfen. Ein flaches Auf‌fangbecken am Fallrohr, eine Mulde zwischen den Beeten, eine Schicht Laub über den Winter: Jede dieser Maßnahmen kostet einen Nachmittag und schafft Reserven für die Wochen, in denen der Himmel nichts hergibt. Wer so anfängt, gießt im Sommer seltener, und seine Pflanzen lernen, selbst nach unten zu suchen. Wie tief das gehen kann, zeigt ein einfacher Versuch, für den man nichts braucht als einen Spaten und einen trockenen Tag im August.

Ein gebundenes Buch in blauem Leinen mit rotem Leseband liegt auf grauem Papier, daneben ein Falzbein und ein Stapel Druckbögen
Hardcover in Leinen, mit Leseband. Gesetzt wird für Taschenbuch, Hardcover und E-Book aus demselben Text.

Was man nicht sieht

Ein gutes Buch muss man nicht erklären.

Leserinnen merken nicht, warum eine Seite gut ist. Sie merken nur, dass sie weiterlesen. Dafür setzen wir: Sachbücher, Ratgeber und Fachbücher von Menschen, die ihr Thema kennen und ihr Buch selbst herausbringen.

Formate
Taschenbuch, Hardcover und E-Book aus einer Satzdatei
Umschlag
Rückenbreite aus Seitenzahl und Papierstärke berechnet
Druckdaten
PDF mit Beschnittzugabe und eingebetteten Schriften
E-Book
EPUB mit echtem Inhaltsverzeichnis und Fußnoten zum Antippen

Umblättern.

Seite 47 hat eine Rückseite. Sie und die nächste rechte Seite bilden die erste Doppelseite, und erst dort zeigt sich, ob ein Satz trägt.

Die Neunerteilung.

Jede Seite in neun mal neun Felder. Die Ecken des Textblocks liegen auf der Diagonale. Innen bleibt ein Feld Rand, außen zwei: Zusammen ist der Bund so breit wie ein Außenrand.

Zwei Fehler, die jeder sieht.

Oben rechts ein Hurenkind: die letzte Zeile eines Absatzes allein auf der neuen Seite. Unten rechts ein Schusterjunge: die erste Zeile eines Absatzes allein am Seitenende.

Ein Absatz läuft eine Zeile ein.

Links rücken die Wörter im zweiten Absatz um ein Haar zusammen. Er wird eine Zeile kürzer, alles danach rutscht nach, und beide Fehler sind weg. Kein Wort fehlt.

Die Hilfslinien gehen. Das Buch bleibt.

Beide Seiten stehen Zeile für Zeile auf demselben Raster und enden auf derselben Höhe.

Der Boden als Speicher

49

Hurenkind

Schusterjunge

Der Garten ohne Gießkanne

Mulch ist dabei das einfachste Werkzeug. Rasenschnitt, Stroh, Laub oder gehäckselte Zweige legen sich wie eine Decke über die Erde, halten die Sonne ab und füttern nebenbei das Bodenleben. Eine Schicht von fünf Zentimetern reicht völlig aus; dicker darf sie auf schweren Böden nicht werden, sonst fehlt den Wurzeln die Luft.

Wichtiger als die Menge ist der Zeitpunkt. Wer im Frühjahr mulcht, bevor der Boden sich erwärmt hat, hält die Kälte fest und wundert sich über Salat, der nicht wachsen will. Besser wartet man bis Ende Mai und deckt dann großzügig, am besten nach einem Regen, wenn die Erde satt ist.

Auch die Pflanzen selbst helfen mit. Arten mit tiefen Pfahlwurzeln holen sich ihr Wasser aus Schichten, die eine Gießkanne nie erreicht, und lockern dabei den Unterboden für ihre Nachbarn. Wegwarte, Malve und Steinklee gehören dazu, aber auch viele Kräuter aus dem Süden, die Hitze gewohnt sind.

Im Gemüsebeet ist die Lage schwieriger, denn die meisten Kulturen wurzeln flach und wollen gleichmäßig versorgt werden. Hier lohnt es sich, Reihen enger zu setzen, als die Samentüte empfiehlt. Die Blätter schließen sich früher, beschatten den Boden und bilden darunter ein eigenes, feuchteres Kleinklima, in dem auch die Bodentiere den Sommer überstehen.

Dann lieber selten und gründlich als täglich ein wenig. Zehn Liter auf den Quadratmeter dringen tief ein und locken die Wurzeln nach unten; ein kurzer Schauer aus dem Schlauch benetzt nur die oberste Schicht, verdunstet bis zum Mittag und erzieht die Pflanzen zur Bequemlichkeit.

Gegossen wird am frühen Morgen, solange die Luft noch kühl ist und die Blätter bis zur Mittagshitze abtrocknen können. Abends bleibt das Wasser zu lange auf dem Laub stehen, und die Schnecken bedanken sich für die Einladung.

Bleibt die Frage nach dem Wasser selbst. Regenwasser aus der Tonne ist weich, hat die Temperatur der Umgebung und kostet nichts. Leitungswasser ist oft kalkhaltig und im Hochsommer so kalt, dass empfindliche Pflanzen einen Schreck bekommen.

Wer eine Tonne aufstellt, schließt sie am besten an ein Fallrohr an und gibt ihr einen Deckel. Offenes Wasser lockt Mücken, und der Deckel hält zugleich das Laub ab, das sonst am Grund fault. Eine Tonne von dreihundert Litern ist nach einem kräftigen Gewitter voll, und mehrere Tonnen lassen sich unten mit einem Schlauch verbinden, damit sie sich gemeinsam füllen.

Am Ende ist ein trockener Garten weniger eine Frage der Technik als der Geduld. Die ersten zwei Sommer verlangen Aufmerksamkeit, danach trägt der Boden einen guten Teil der Arbeit selbst, und die Gießkanne wird zum Werkzeug für Ausnahmen.

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Feinheiten, an denen man Selbstgemachtes erkennt.

Keiner davon fällt einzeln auf. Zusammen entscheiden sie, ob ein Buch nach Verlag aussieht oder nach Textverarbeitung.

Zeichen

"So"„So“

Gerade Striche kommen von der Schreibmaschine. Ins Buch gehören deutsche Anführungszeichen, unten und oben.

Ligatur

GriffGriff

Das f stößt mit dem i zusammen. Die Ligatur verbindet beide zu einem Zeichen. Über die Wortfuge hinweg nie: Auf‌lage.

Trennung

Urin-
stinkt
Ur-
instinkt

Programme kennen Silben, aber keine Bedeutung. Wir lesen jede Trennung, bevor sie gedruckt wird.

Ziffern

seit 1987seit 1987

Im Lauftext stehen Mediävalziffern mit Ober- und Unterlängen. Sie springen nicht aus der Zeile wie Großbuchstaben.

Kapitälchen

die UNESCOdie UNESCO

Abkürzungen in Versalien schreien. Echte Kapitälchen haben die Höhe der Kleinbuchstaben und dieselbe Strichstärke.

Initial

Wer im JuliWer im Juli

Ein Kapitel darf anfangen. Das Initial sitzt auf der Grundlinie der zweiten Zeile und schließt oben bündig ab.

Das auf jeder Seite, nicht nur auf der ersten. Und auch dann noch, wenn Sie im dritten Korrekturgang einen Absatz umschreiben.

Vom Manuskript zur Druckdatei in vier Gängen.

  1. Manuskript schickenWord, LibreOffice oder Google Docs, so wie es ist
  2. Satzprobezwei Doppelseiten und die Titelei zur Freigabe
  3. KorrekturIhre Anmerkungen direkt im PDF, wir arbeiten sie ein
  4. DruckdatenPDF für Taschenbuch und Hardcover, EPUB für das E-Book

Die Druckdaten passen zu den gängigen Selfpublishing-Plattformen und zu jeder Druckerei, die PDF für den Druck annimmt. Was Ihr Buch genau braucht, klären wir nach der Satzprobe.

Henrike Ostwald

Der Garten ohne Gießkanne

Wie Beete trockene Sommer überstehen

Probesatz bei Bundsteg

Noch nichts eingetippt. Die Vorschau zeigt das Musterbuch.