Mulch ist dabei das einfachste Werkzeug. Rasenschnitt, Stroh, Laub oder gehäckselte Zweige legen sich wie eine Decke über die Erde, halten die Sonne ab und füttern nebenbei das Bodenleben. Eine Schicht von fünf Zentimetern reicht völlig aus; dicker darf sie auf schweren Böden nicht werden, sonst fehlt den Wurzeln die Luft.
Wichtiger als die Menge ist der Zeitpunkt. Wer im Frühjahr mulcht, bevor der Boden sich erwärmt hat, hält die Kälte fest und wundert sich über Salat, der nicht wachsen will. Besser wartet man bis Ende Mai und deckt dann großzügig, am besten nach einem Regen, wenn die Erde satt ist.
Auch die Pflanzen selbst helfen mit. Arten mit tiefen Pfahlwurzeln holen sich ihr Wasser aus Schichten, die eine Gießkanne nie erreicht, und lockern dabei den Unterboden für ihre Nachbarn. Wegwarte, Malve und Steinklee gehören dazu, aber auch viele Kräuter aus dem Süden, die Hitze gewohnt sind.
Im Gemüsebeet ist die Lage schwieriger, denn die meisten Kulturen wurzeln flach und wollen gleichmäßig versorgt werden. Hier lohnt es sich, Reihen enger zu setzen, als die Samentüte empfiehlt. Die Blätter schließen sich früher, beschatten den Boden und bilden darunter ein eigenes, feuchteres Kleinklima, in dem auch die Bodentiere den Sommer überstehen.
Dann lieber selten und gründlich als täglich ein wenig. Zehn Liter auf den Quadratmeter dringen tief ein und locken die Wurzeln nach unten; ein kurzer Schauer aus dem Schlauch benetzt nur die oberste Schicht, verdunstet bis zum Mittag und erzieht die Pflanzen zur Bequemlichkeit.
Gegossen wird am frühen Morgen, solange die Luft noch kühl ist und die Blätter bis zur Mittagshitze abtrocknen können. Abends bleibt das Wasser zu lange auf dem Laub stehen, und die Schnecken bedanken sich für die Einladung.
Bleibt die Frage nach dem Wasser selbst. Regenwasser aus der Tonne ist weich, hat die Temperatur der Umgebung und kostet nichts. Leitungswasser ist oft kalkhaltig und im Hochsommer so kalt, dass empfindliche Pflanzen einen Schreck bekommen.
Wer eine Tonne aufstellt, schließt sie am besten an ein Fallrohr an und gibt ihr einen Deckel. Offenes Wasser lockt Mücken, und der Deckel hält zugleich das Laub ab, das sonst am Grund fault. Eine Tonne von dreihundert Litern ist nach einem kräftigen Gewitter voll, und mehrere Tonnen lassen sich unten mit einem Schlauch verbinden, damit sie sich gemeinsam füllen.
Am Ende ist ein trockener Garten weniger eine Frage der Technik als der Geduld. Die ersten zwei Sommer verlangen Aufmerksamkeit, danach trägt der Boden einen guten Teil der Arbeit selbst, und die Gießkanne wird zum Werkzeug für Ausnahmen.