Heute farblos. In zwölf Jahren Bernstein.
Brennerei Hohenkamm, 12 Jahre. Scroll, und die Jahre vergehen im Fass. Das Glas zeigt dir, was die Zeit daraus macht.
Dein Jahrgang
Ins Fass, an einem Märzmorgen.
Was aus der Brennblase läuft, ist klar wie Wasser und riecht nach Getreide und Birne. Wir füllen es in ein Fass aus amerikanischer Weißeiche, das vorher Bourbon gehalten hat, und legen es in die unterste Reihe am Fenster.
Ab jetzt arbeitet nur noch das Holz. Und das Wetter draußen.
Jahr 1
Frühling
Sommer drückt den Brand ins Holz.
Wärme dehnt ihn aus, er zieht tief in die Dauben. Im Winter kommt er zurück und bringt Farbe mit.
Jedes Jahr wird es etwas weniger.
Ein Teil verdunstet durch die Eiche. Richtwert: rund 2 % im Jahr. Am Fass siehst du, was davon bleibt.
Zwölf Jahre, zwölf Winter.
Scroll zurück, und er wird wieder jung und hell.
Was die Engel nehmen.
So heißt der Teil, der durch das Holz verdunstet. Wie viel es ist, hängt vom Lagerhaus ab: kühl und feucht nimmt weniger, warm und trocken mehr. Wir rechnen mit 2 % im Jahr, als Richtwert, nicht als Messung.
Jedes Jahr fehlen 2 % von dem, was noch drin ist. Darum sinkt der Pegel immer langsamer.
- Jahr 3
- 94,1 %
- Jahr 6
- 88,6 %
- Jahr 9
- 83,4 %
- Jahr 12
- 78,5 %
Rechnung: 0,98 hoch Jahre. Von 200 Litern bleiben nach zwölf Jahren rund 157.
Zwölfter Frühling. Der Hahn geht auf.
Das ist die Farbe von zwölf Jahren.
Eine Probe aus Fass 214, um Farbe und Duft zu prüfen. Honig, Vanille, getrocknete Birne, ein wenig Eichenrauch.
Ein Fass aus deinem Geburtsjahr.
Wäre in deinem Geburtsjahr ein Fass eingelagert worden: so viel wäre heute noch drin, nach derselben Rechnung, und so dunkel wäre es.
Fass 214: eingelagert vor 12 Jahren, rund 78,5 % noch im Fass.