Ostküpe Stufe wählen

Färberbuch Ostküpe, erster Tauchgang

Grün aus der Küpe. Blau an der Luft.

Unser Jeansgarn kommt gelbgrün aus dem Indigobad. Scroll langsam und sieh zu, wie die Luft es färbt.

Stufe wählen

Luft 0:00 min Indigo 0 %

Zwei Hände in Handschuhen heben einen Garnstrang aus der Küpe. Unten ist das Garn leuchtend gelbgrün und tropft, oben ist es schon blaugrün bis blau.
Ein Strang nach dem Tauchen. Oben hatte er schon eine Minute Luft, unten noch keine.

Indigo löst sich nicht in Wasser. Darum der Umweg.

In der Küpe wird das Indigo in alkalischer Lösung reduziert, heute meist mit Natriumdithionit, früher durch Gärung. Daraus wird Leuko-Indigo: gelblich, wasserlöslich, und es zieht in die Baumwolle.

Kommt das Garn heraus, reagiert das Leuko-Indigo mit dem Sauerstoff der Luft. Es oxidiert zurück zu Indigo, blau und unlöslich, und sitzt dann fest im Faden.

Das Gelbgrün ist also kein heller Blauton. Es ist dieselbe Farbe in einer anderen Form, und der Weg zurück dauert ein paar Minuten.

Allgemeinwissen der Färberei, vereinfacht. Die Minuten auf dieser Seite kommen aus einem einfachen Modell, nicht aus einer Messung.

Vom Strang zum Stoff.

Vier Seiten aus unserem Färberbuch. Jede trägt ein Etikett, so wie es in der Färberei neben dem Garn hängt.

Drei Stränge ungefärbtes, cremeweißes Baumwollgarn an einem Holzhaken vor weißer Wand

Roh

Garn
Baumwolle, ungebleicht
Zustand
cremeweiß, gewaschen
Notiz
Das Garn geht nass in die Küpe. Trocken nimmt es die Farbe fleckig an.
Blick von oben in eine runde Indigoküpe: gelbgrüne Oberfläche mit Kupferglanz, in der Mitte ein dichter blauvioletter Schaum

Küpe

Bad
Indigo, alkalisch, reduziert
Zustand
gelbgrün unter der Haut, Kupferglanz obenauf
Notiz
Der blaue Schaum heißt Blume. Wo er fehlt, ist zu viel Luft ins Bad gekommen.
Sieben gefärbte Garnstränge an einer Holzstange, von hellem Himmelblau links bis fast Schwarz rechts

Luft

Stufen
von Himmelblau bis fast schwarz
Zustand
oxidiert, trocknet langsam
Notiz
Tiefer heißt: noch einmal tauchen, noch einmal lüften. Länger drin lassen bringt kaum mehr Farbe.
Dunkler Jeansstoff auf einem schmalen Schützenwebstuhl, die helle Webkante läuft am Rand entlang

Stoff

Bindung
Köper 3/1, Kette indigo, Schuss roh
Zustand
ungewaschen, steif
Notiz
Auf dem schmalen Schützenwebstuhl läuft der Schuss hin und zurück. Daher die feste Webkante.

Weiß sieht man den Schuss nur auf der Rückseite. Vorne liegt fast nur die Kette, und die ist blau.

Zwölfmal rein. Zwölfmal raus. Dazwischen nur Luft.

Zwölfmal rein.

Ein neuer Streifen, roh und weiß. Jeder Tauchgang legt eine dünne Schicht Leuko-Indigo auf, erst an der Luft wird sie blau.

Gelbgrün, jedes Mal.

Auch auf dunklem Garn kommt die neue Schicht grünstichig heraus. Die untere Kante war am längsten drin und wird zuletzt blau.

Tiefer, nicht länger.

Eine Stufe dunkler heißt einmal mehr tauchen. Oben in der Farbtreppe stempelt jede Stufe ihr Muster.

Jetzt reib drüber.

Mit der Maus über den Stoff, oder scroll weiter.Scroll weiter, dann reibt er sich auf. Darunter ist das Garn noch weiß.

Querschnitt eines Kettfadens stark vergrößert, schematisch Ring: Indigo Kern: ungefärbt

Was der Abrieb gerade gezeigt hat

Blau außen, weiß innen.

Jeder Tauchgang ist kurz, und die Luft hält das Indigo sofort fest. So kommt die Farbe nicht bis in die Mitte des Fadens. Färber nennen das Ringfärbung.

Beim Tragen reibt sich die äußere Schicht nach und nach ab, und der helle Kern kommt durch: an den Knien, an der Taschenkante, dort wo das Handy steckt. Die Stellen zeigen, wie du die Hose trägst.

Such dir deine Stufe aus.

Zwölf Stufen, ein Stoff. Wähl die Tiefe, die du tragen willst, und wir legen dir ein echtes Stück davon auf die Musterkarte.

Ostküpe Rechtsköper

Stufe
9 von 12
Tauchgänge
9
Farbwert
#000000
Gewicht
14 oz, rund 475 g/m²
Kette
Baumwolle, ringgefärbt
Schuss
Baumwolle, roh

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