Eine Reihe alter Linden an einem Feldweg, dahinter Felder und am Horizont lila Heide Drei Bienenbeuten aus hellem Holz auf einem Bock

Unser Honig hat eine Wegbeschreibung.

Findet eine Biene Nektar, tanzt sie den anderen den Weg. Drei Tänze aus diesem Sommer, mitgeschrieben auf der Karte.

Zum Gläserbord

Im Stock ist es dunkel. Getanzt wird trotzdem nach der Sonne.

Die Tänzerin läuft auf der senkrechten Wabe. Die anderen folgen ihr dicht und lesen den Tanz mit Fühlern und Körper ab.

  1. Oben ist die Sonne. Senkrecht nach oben heißt: genau auf die Sonne zu fliegen.
  2. Der Winkel ist die Richtung. Läuft sie 40 Grad rechts von oben, liegt das Futter 40 Grad rechts von der Sonne.
  3. Die Dauer ist die Strecke. Je länger sie schwänzelt, desto weiter. Als Richtwert etwa eine Sekunde je Kilometer, jedes Volk tanzt ein wenig anders.
Links eine Biene auf der Wabe, 40 Grad rechts von der Senkrechten. Rechts die Karte: das Futter liegt 40 Grad rechts von der Sonne. oben 40° Wabe Sonne 40° Karte

Raps, 12. Mai, 10:40 Uhr.

Eine Sammlerin kommt zurück und tanzt. Achte auf den Winkel zwischen ihrem Lauf und der Senkrechten.

55 Grad links von oben.

Die Sonne steht im Südosten, das Rapsfeld 55 Grad links davon. Genau so schräg läuft sie über die Wabe.

Kurzer Lauf, kurzer Weg.

Knapp eine Sekunde Schwänzeln: rund 800 Meter bis zum Feld hinter dem Dorf. Mit jeder Runde fliegen mehr los.

Gelbe Rapsblüten im Mai, eine Honigbiene sammelt an einer Blütentraube

Was sie vom Raps mitbringt.

Rapshonig wird schon nach wenigen Tagen fest. Wir rühren ihn, bis er cremig ist und sich streichen lässt wie Butter. Er schmeckt mild und ein wenig nach Blüte, kaum süßer als die Milch im Kaffee.

Tracht
Raps, Anfang bis Mitte Mai
Weg
Ostnordost, rund 0,8 km
Im Glas
cremig gerührt, fast weiß

Linde, 7. Juli, halb zehn.

Die Lindenallee liegt im Westsüdwesten, die Sonne steht noch im Osten. Also läuft die Biene schräg nach unten.

Dann wird es Nachmittag.

Scroll weiter, und die Uhr läuft. Die Sonne wandert nach Südwesten, und der Tanz dreht sich mit ihr.

Die Linde bleibt, wo sie ist.

Um vier läuft sie fast senkrecht nach oben: Linde und Sonne liegen jetzt beinahe in einer Richtung. Die Länge bleibt gleich, 1,4 Kilometer.

Lindenblüten unter ihren hellen Hochblättern, eine Biene an einer Blüte

Im August fliegen sie weiter, als du denkst.

Die Linden sind verblüht, der Raps längst geerntet. Am Horizont färbt sich die Heide.

Heide, 19. August, Mittag.

Die Sonne steht im Süden. Die Biene läuft fast senkrecht nach unten: Ihr Ziel liegt der Sonne beinahe gegenüber.

Und sie hört nicht auf.

Gut drei Sekunden Schwänzeln. Die Linie läuft über den Rand der Karte hinaus.

3,2 Kilometer bis zur Heide.

Viel weiter fliegen Sammlerinnen selten. Für die lila Blüten lohnt sich der Weg.

Drei Wege, ein Stand.

Raps im Mai, Linde im Juli, Heide im August. Das ist unser Lagenhonig: jede Sorte mit ihrer Richtung.

Was auf dem Glas steht, und warum.

Kein Siegel, keine Medaille. Dafür ein Etikett, das du nachprüfen kannst.

Lindenhonig

Lage: Stand am Lindenweg, Volk 7

Getanzt am 7. Juli: Westsüdwest, 1,4 km

Geschleudert am 16. Juli · 500 g

  1. Sorte Lindenhonig steht nur drauf, wenn die Pollenanalyse die Linde als Hauptquelle zeigt. Sonst heißt das Glas ehrlich Sommertracht.
  2. Route Die Linie ist der getanzte Weg als Zeichnung: Richtung und Entfernung gerundet, Norden oben.
  3. Lage Ein Stand, ein Volk, ein Datum. Kein Mischen über Standorte hinweg.

Such dir eine Richtung aus.

Tipp ein Glas an. Die Herkunftskarte daneben gehört zum Glas, du kannst sie speichern.

Drei Honiggläser: cremig weißer Rapshonig, hell goldener Lindenhonig, dunkler Heidehonig

Lindenhonig

Westsüdwest, 1,4 km vom Stand

flüssig, hell, frisch mit einem Hauch Minze · 500 g · 9,40 €

Abholung am Hof samstags von 9 bis 12 Uhr. Demo: Hier wird nichts verkauft.